Youyuns Klassenzimmer· Sitzung 103
Verfasserin: Chenxue.
<Von
2, einem anonymen Grundschüler>
Frage: Hallo, Chenxue! Ich habe vor Kurzem gehört, wie meine Mama gesagt hat, dass der Anker der Apokalypse schon über dem Antares-Gebäude geschwebt ist, bevor sein Bau abgeschlossen war. Stimmt das? Könnte der Anker der Apokalypse eine Art Ruine sein, die von Außerirdischen hinterlassen wurde? Oder besteht die Möglichkeit, dass er eine magische Waffe ist, die von einem großen Dunklen Lord aus der Hölle verwendet wird, um das Reich der Sterblichen zu überwachen? Könnten, wie in deng großen Augen in Filmen, unbekannte bösartige Mächte im Geheimen von hier die Geschicke der Welt lenken?
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Sehr gut, weiter so.
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Sei in erster Linie versichert, dass die Bezeichnung "Anker der Apokalypse" einfach nur den Ursprung zu Zeiten des Großen Ausbruchs beschreibt. Er stellt keine Bedrohung für Oxia dar. Das Datenforschungsinstitut hat ihn seit seinen Anfängen beobachtet und wir haben nie Hinweise auf Beschädigungen der Welt gefunden. Im Gegenteil, er bietet sogar wichtige Unterstützung für die Stabilität des Quantenschaum-Universums.
Die Geschichte aber, die du von deiner Mutter gehört hast, stimmt tatsächlich. Vor Fertigstellung des Antares-Gebäudes verblieb der Anker der Apokalypse, nun in sein Dach eingebettet, an dieser Stelle hängen. Er schwebte dabei in einer Höhe von über einhundert Stockwerkwerken – so wie Sonne und Sterne im Himmel hängen. Daher stellten die Leute in dieser Zeit ausführliche Spekulationen über diesen Anker an – manche der Spekulationen ähneln der Reihe an Fragen, die du gestellt hast, auf erstaunliche Art. Mit der Einstellung "Übung macht den Meister" führte das Datenforschungsinstitut zahlreiche Experimente zu diesen Spekulationen durch, was zu einigen Fällen führte, die rückblickend etwas belustigend wirken können:
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(1) Hubexperiment
Jahr 25 des Zeitalters der Umsiedlung. Um die Stabilität des Ankers der Apokalypse zu testen, hat Dr. Shixing vom Datenforschungsinstitut die schwerste Hubmaschine der Stadt mit siebzig Tonnen eingesetzt und sie unter dem Anker der Apokalypse positioniert. Dies diente dazu, mithilfe von Stahlkabeln am Anker zu ziehen und mögliche Veränderungen zu beobachten. Das Ergebnis des Experiments war, dass es keinerlei Einfluss auf den Anker der Apokalypse hatte, während die Hubmaschine selbst unter der Zugkraft der Stahlkabel wie ein Aufzug in den Himmel aufstieg – dies führte dazu, dass Dr. Shixing Notfallhilfe anfordern musste.
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(2) Experiment zur Flusssäurezersetzung
Auch im Jahr 25 des Zeitalters der Umsiedlung: Dr. Shixing formierte sich neu und entschied, die chemische Stabilität des Ankers der Apokalypse zu testen. Er wählte Flusssäure als Testreagenz, konnte allerdings aufgrund von Sicherheitsbedenken keine Genehmigung für ein Experiment vor Ort erlangen. Stattdessen beantragte er eine Genehmigung, zu Versuchszwecken eine kleine Menge der Substanz des Ankers der Apokalypse zu extrahieren, die vom Institut gewährt wurde. Während des vorangegangenen Hubexperiments beobachtete Dr. Shixing einen Abrieb der Oberfläche des Ankers der Apokalypse, der von den Stahlkabeln verursacht wurde, doch wundersamerweise reparierte sich der Anker danach von selbst.
Nachdem er mithilfe eines Schabers aus Diamant eine kleine Menge Material des Ankers der Apokalypse entnommen hatte, entdeckte er, dass die Substanz, aus der der Anker der Apokalypse besteht, nicht in Flusssäure löslich ist. Bedauerlicherweise wurde Dr. Shixing aufgrund unsachgemäßer Versuchsabläufe verletzt und sofort nach dem Experiment ins Krankenhaus gebracht, wo ihm die Ärzt:innen gnadenlos die Fingernägel entfernten, was eine der Behandlungsmöglichkeiten für akute Flusssäurevergiftungen ist.
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(3) Düngungsexperiment
Jahr 26 des Zeitalters der Umsiedlung: Inspiriert durch Dr. Shixings Experimente beantragte Liqi, einer seiner Forscherkolleg:innen von der Abteilung für Landwirtschaft, ebenfalls eine Genehmigung zur Extraktion einer kleinen Menge der Substanz des Ankers der Apokalypse zu Versuchszwecken. Dieses Mal bestand sein Forschungsziel in der Feststellung, ob die einzigartige Substanz, aus der der Anker der Apokalypse besteht, in der Lage ist, mit der Erde des Quantenschaum-Universums zu interagieren und das Wachstum der Pflanzen weiter anzuregen.
Nach fünf Jahren kontinuierlicher Bemühungen konnte Forscher Liqi seine Hypothese durch eine Reihe von Experimenten systematisch nachweisen – wenn auch mit subtilen Ergebnissen. Diese Experimente bewiesen tatsächlich, dass die einzigartige Substanz, aus der der Anker der Apokalypse besteht, ein besseres Pflanzenwachstum anregen kann. Allerdings betrug ihre Gesamtwirkung zusammengenommen nur etwa ein Zehntel der Wirkung einer ausreichenden Düngung.
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Kehren wir zum aktuellen Thema zurück. Verglichen mit vor acht Jahren haben wir beim Verständnis des Ankers der Apokalypse beträchtliche Fortschritte gemacht. Er ist aus komplexen Verbindungen, die Element 126 enthalten, zusammengesetzt und zeigt eine hohe Stabilität, während er gleichzeitig in der Lage ist, Daten ähnlich wie Magnetbänder aufzuzeichnen. Unserer Vermutung zufolge tragen diese chemischen und physikalischen Eigenschaften zu seiner ungewöhnlich stabilen Existenz bei, die bis zu einem gewissen Grad unabhängig vom Quantenschaum-Universum ist. Wir können die Möglichkeit, dass es sich um ein Relikt handelt, das von Außerirdischen zurückgelassen wurde, zwar nicht ausschließen, doch hat das Datenforschungsinstitut niemals irgendwelche Signale vom Anker der Apokalypse nachgewiesen. Daher handelt es sich dabei nur unwahrscheinlich um eine magische Waffe, die von einem Dunklen Lord aus der Hölle verwendet wird, um das Reich der Sterblichen zu beobachten :)